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17 - Das vierte Buch der Erinnerung (Die Bücher der Erinnerung 4) - Rose Snow

Eigentlich war die Reihe "17 - die Bücher der Erinnerung" mit dem → 3. Band abgeschlossen, welches die Geschichte auch in einem fulminanten Showdown abschloß. Aber das Autorinnenduo Rose Snow legte nun mit dem 4. Band ein Sequel nach - und das hat es wirklich in sich!

 

Das Cover: 

Auch das vierte Band fügt sich in die Cover seiner Vorgänger ein und erscheint diesmal in orange/gelb. Das Cover passt in die Reihe, ich finde es schön, zeigt aber nichts Neues.

 

Die Handlung: 

Nachdem die Jägerschaft erfolgreich bekämpft wurde und die Erinnerungen in den Köpfen der Jäger gelöscht wurden, erfahren Jo und Adrian von neuen Bedrohungen: Es soll angeblich Jäger geben, die durch ein Serum vor dem Erinnerungsbrand geschützt waren. Zusätzlich werden die Beschützer zu einem Problem für die Seherinnen, da sie mit dem Wegfall der Jägerschaft wohl selber Angst vor der Macht der Seherinnen bekommen. Nebenbei versuchen die Seherinnen eine geheimnisvolle Prophezeiung zu entschlüsseln, die aber im Moment nur sehr kryptisch ist und auf ein bis dahin geglaubtes Märchen hinausläuft: Kinder mit besonderen Begabungen, die aus der Verbindung zwischen Seherin und Jäger entspringen.

Eigentlich wollte Jo aber nur ihre Pause zwischen schriftlicher und mündlicher Abituprüfung mit Adrian genießen. Doch plötzlich passieren immer mehr seltsame Dinge in ihrer Umgebung und ihre Freunde beginnen sich merkwürdig zu verhalten.

 

Buchlayout (eBook):

Das gesamte eBook ist in genau 17 Kapitel eingeteilt. Jedes Kapitel hat eine gute Länge und wird liebevoll eingeleitet mit, wie wir es schon aus den ersten Bänden kennen, dem veschnörkelten Schlüsselchen.

 

Idee / Plot:

Als logische Konsequenz, die aus der totalen Zerstörung der Erinnerungen an die Jägerschaft im Gedächtniss aller Jäger resultiert, gibt es eine neue Bedrohung für die Seherinnen. Denn die Fragen, die sich durch die radikale Auslöschung des Gedächtnisses von Marius und den Jägern zwangsweise doch einstellen, werden hier sinnvoll aufgegriffen und weiter gesponnen. Ich finde die Idee total schlüssig und stimmig, sie fügt sich nahtlos an die ersten drei Bücher an, ohne dass man das Gefühl hätte, es wäre jetzt an den Haaren herbei gezogen. Man sollte aber definitiv die ersten drei Bände gelesen haben, sonst kann man dieses Buch nicht verstehen.

 

Handlungsaufbau / Spannungsbogen:

Schon gleich zu Anfang wird man in das Geschehen hineingezogen. Durch kurze Rückblicke erhält man noch mal Informationen aus den ersten drei Bänden, ohne dass es im Lesefluss störend wäre. So bin ich auch wieder schnell in die Geschichte hinein gekommen und konnte mich sofort wieder in Jo einfühlen. Die Spannung wird stetig aufgebaut, jedes Kapitel setzt noch mal ein Schippchen drauf. Die Handlung wird nie langweilig, ständig passiert etwas - etwas unheimliches, lustiges, wie auch romantisches. Die Autorinnen flechten geschickt mehrere unheimliche Elemente ein. Es ist bis zum Showdown nicht klar, wer hinter der eigentliche Bedrohung steht.

Die Handlung ist in sich abgeschlossen und alle Fragen, die sich während des Lesen aufgetan haben, wurden auch zu meiner vollen Zufriedenheit und stimmig beantwortet.

 

Szenerie / Setting:

Wie von den Autorinnen gewohnt, konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Jede Szene wird ausführlich, aber nicht überschwenglich beschrieben. Die Umgebung ist bildhaft dargestellt und wirkt für mich authentisch. Kurze Beschreibungen geben einem schnell ein Bild von den Räumen und der Szenerie, in der sich die Protagonisten gerade befinden. Die Personen sind gut ausformuliert und haben ihren typischen Charakter ohne stereotypisch zu wirken.

 

Emotionen / Protagonisten:

Jo empfinde ich als sehr reif, überlegt und reflektiert. Sie ist sehr besorgt um ihre Familie und Freunde, und würde alles für ihr Wohl tun. Sie gefällt mir sehr gut und ich mag sie sehr. Ich finde es auch toll, dass sie ihre Gabe nicht für Schummeleien, zum Beispiel für die Abiprüfung, einsetzen möchte, sondern damit auch sehr bedacht umgeht. Adrian ist für mich ein wenig blass. Er hat seine ganz tollen Momente, aber ich konnte ihn nicht ganz so greifen. Das liegt auch daran, dass er sich selber sehr bedeckt hält.

Ich liebe Finn, ihren Stiefbruder - den habe ich total in mein Herz geschlossen. Trotz Macho-Sprüchen und Proleten-Gehabe hat er einen fürsorglichen und sehr liebevollen Kern. Das kommt immer wieder ganz fein heraus und finde ich absolut großartig! Ebenso Conny, mit der ich auch gerne befreundet wäre. Sie ist eine absolut loyale Freundin, hat ihren eigenen Kopf und ist der bunte Vogel geblieben. Diesmal bekommt Jos Freundin Pippa aus Wien mehr Raum. Die mochte ich auch schon in den ersten Büchern nicht, und zeigt sich auch in diesem Buch von ihrer sehr arroganten Seite. Sie wird auch zur harten Konkurrenz für Conny.

 

Sprache / Schreibstil:

Was soll ich sagen, wie gewohnt absolut spritzig und frech in ihren Sprüchen. Über die Schlagabtausche, vor allem mit Finn, kann ich mich immer köstlich amüsieren. Die Sprache ist flüssig und dem Genre absolut angemessen und gängig. Das ganze Buch lässt sich locker in einem Rutsch lesen und zieht einem von Seit zu Seite immer mehr mit.

 

Meine Meinung:

"[..] Die eine, allgemeingültige Realität gibt es doch gar nicht. Jeder Mensch hat seine eigene Wirklichkeit, die durch seine Empfindungen, Wünsche und auch durch seine Vorurteile geprägt wird. [..]"

S. 77, Rose Snow "Das Vierte Buch der Erinnerung" (eBook - CreateSpace Independent Publishing Platform)

Ein ganz tolles Buch, welches mich sofort gepackt hat. Es fügt sich nahtlos in die Reihe ein und war wirklich spannend bis zum Schluß. Es ist absolut großartig, wie die Autorinnen den Faden aus der Trilogie aufgenommen haben und sehr geschickt daraus die neue Bedrohung entwickelt haben. Am Ende konnte ich es nicht mehr aus der Hand nehmen.

Und auch genau dieses Wechselspiel zwischen der Liebesgeschichte - Adrian und Jo können nun endlich ihre Beziehung ausleben - den frechen und amüsanten Wortgefechten und Kabbeleien, und der Dramatik gefällt mir besonders gut. Keines wird zu übermächtig, sondern es ist sehr ausgewogen und geben sich gekonnt die Hand.

 

Es wird am Schluß nur mal wieder sehr verwirrend mit den ganzen Sprüngen und Träumen. Ob man das konzeptionell anders hinbekommen hätte, weiß ich nicht, da es ein wesentlicher Anteil des Showdown ist. Man muss nur enorm aufpassen nicht den Faden zu verlieren, sollte diese Passagen also in einem Stück lesen.

Fazit:

Ein absoluter Pageturner mit einem tollen Plot und flottem Schreibstil. Ein Lesegenuss mit Suchtgefahr - und ich bin mir sicher, dass dies nicht das allerletzte Band bleibt in dieser Saga! Wer die ersten drei Bände gelesen hat, wird mit diesem Buch bestimmt sehr glücklich.